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Fasten und Heilfasten - Mein erstes Mal
 

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1. Fastentag

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Hier folgt mein Fastenprotokoll, das ich den Tag über auf Papier festgehalten habe:

Waage: 69,0 kg

8 Stunden geschlafen, ziemlich unruhig, rund 10 mal wach geworden und wirres, aber kein bedrückendes Zeug geträumt. Um 9 Uhr aufgestanden.

10:30 Uhr: Einstieg in die Fastenwoche beginnt mit Entleerung. Zum Frühstück daher Glaubersalz -> 750 ml extrem salziges Wasser mit ein paar Spritzern Zitrone und eine Tasse Pfefferminztee zur Geschmacksneutralisation. Das erste Glas ging noch, dann wurde es immer unerträglicher. Beim letzten Schluck hab ich fast erbrochen, konnte es aber mit Pfefferminztee runterspülen. Ich weiß nicht, ob die Übelkeit vom Salzwasser, dem Ekel, der Zitrone oder der Menge kommt, denn 1 Liter auf einmal ist schon extrem viel. Mein   Magen ist ziemlich voll. Habe Gänsehaut, mir ist heiß und kalt zugleich. Mein Freund hat an der Glaubersalz-Lösung genippt und bewundert mich.

10:45 Uhr: Ich merke schon was, mein Darm gurgelt und zwickt.

12:00 Uhr: Ich war jetzt ein paar mal länger auf dem Klo. Dürften ein paar Liter Darminhalt gewesen sein. Mir ist immernoch schlecht und ich muss mich zum Trinken zwingen..

12:15 Uhr: Mir ist kalt. Ich muss die ganze Zeit an Essen denken; an Brötchen, ungewürztes Putenfleisch, Nudeln... nicht weil ich Hunger habe, sondern weil ich den Geschmack vom Salz vergessen möchte. Es schmeckt lange nicht mehr danach, aber die Erinnerung ist grauenhaft. Das Glaubersalz wirkt bei mir unheimlich appetitanregend, ich freue mich schon auf die Gemüsebrühe, jedoch muss ich wegen des verspäteten "Frühstücks" auch das Mittagessen verschieben.

12:30 Uhr: Mir ist kalt, ich leg mich ein bischen hin. Man soll beim Fasten eh drei Ruhezeiten täglich einhalten. Die Heizdecke ist an. Vorm Hinlegen noch einmal auf dem Klo gewesen, Konsistenz weiterhin flüssig, aber die Mengen werden weniger. Stuhl wird heller.

13:30 Uhr: Mein Freund hat mich aus Versehen geweckt, bin aufs Klo gegangen und hab mich nochmal hingelegt.

14:00 Uhr: Kann nicht mehr schlafen, fühle mich auf einmal hellwach und irgendwie glücklich. Die Übelkeit ist weg. Ein bischen flüssiger Stuhl nach dem Aufstehen. Fencheltee getrunken.

15:00 - 15:30 Uhr: Kartoffelbrühe gegessen. Ein wenig fad, aber keine Ahnung, ob ich nachwürzen darf. Fastengetränke müssen "gekaut" werden, bzw. gelutscht. Hauptsache der Aufenthalt im Mund dauert lange. Also hab ich eine geschlagene halbe Stunde an 1/4 Liter Gemüsebrühe "rumgelutscht".

16:45 - 17:15 Uhr: Halbe Stunde spazieren gegangen. Ich war dick eingemummelt. Es war eine herrliche, angenehm frische, feuchte Herbstluft, die Sonne lächelte durch die herbstgelben Blätter. Mein Freund ging nach dem Spaziergang nicht mit nach Hause, sondern verabschiedete sich zum Essen. Er hatte Pizza, und ich bin ihm dankbar, dass er auf Zwiebeln, Knoblauch und alles, was lecker duftet verzichtet hat.

17:15 Uhr: Ich leg mich jetzt zum zweiten mal hin, diesmal mit Leberwickel (heißes Körnerkissen auf dem Bauch). Allein das liegen soll die Leberaktivität um 40% fördern, der Leberwickel noch zusätzlich. Nehme was zum Lesen mit, falls ich nicht schlafen kann. Vorher noch Zitronenschnitz ausgesaugt. War gar nicht so sauer wie befürchtet. Aber ich merke die Säure in Mund und Rachen.

18:15 Uhr: Habe erst eine halbe Stunde gelesen und dann einfach nur die Wärme genossen. Irgendwann bin ich eingeschlummert, aber nur im Halbschlaf. Als es draußen dunkel war wurde ich wieder wach. Anschließend den abgesunkenen Kreislauf durch Strecken, Rubbeln mit Luffa-Pad und kaltem Wasser an Armen und im Gesicht wieder angeregt.

22:30 Uhr: Am Abend am PC gesessen und vorm Fernseher gelegen. Warm gehalten. Fencheltee mit Zitrone getrunken, außerdem viel stilles Wasser. Aktuell trinke ich Fruchtsaft, und zwar den roten Traubensaft. 1/4 Liter Saft mit 1/2 Liter Wasser. Auch dieses Getränk muss gelutscht werden, und ich finde es echt anstrengend, den Saft nicht vorzeitig zu schlucken. Die Säure macht sich in meinem Mund an den Zähnen und der Zunge bemerkbar. Geschmack ist aber super. Das erste Mal, dass mir heute etwas schmeckt. Hoffentlich bekomme ich keine Magenschmerzen. Leinsamen sollen da helfen, die Fruchtsäuren zu binden, aber ich hab sie erstmal weg gelassen.

 

Alles in allem geht es mir prima. Hatte sogar ein paar helle Momente am Tag, wo ich mich gefreut habe, dass ich einfach nur mal auf mich und meinen Körper gucke und dass ich es jetzt durchziehe. Aber das Lutschen der Fastengetränke geht mir auf die Nerven, genauso wie ich gern mal was herzhaftes zu mir nehmen würde nach den Unmengen an Tee, Wasser, fader Gemüsebrühe.

Eure Jesssii

 

Nachtrag:

2:00 Uhr: Ins Bett gegangen. Vorher hab ich von Bernd eine Massage mit Arnica-Öl von Weleda bekommen. Ich hoffe, dass das Öl das Entschlacken nicht behindert, aber die Küchenöle wollten wir nicht nehmen und andere Öle haben wir auch nicht da. Meine Muskeln im Nackenbereich schmerzten mehr als sonst, als Bernd mit der üblichen Technik anfing schrie ich kurz auf.

Beim Zubett gehen kräftiges Gurgeln im Darm, aber kein Drang aufs Klo zu gehen.

 

25.10.09 23:02

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